14. November 2007

Weblin hat was IBM sucht

IBM sucht einen neuen Weg ins 3D Web der Zukunft. Bei der aktuellen Initiative geht es darum die Grenzen zwischen Virtuellen Welten durchlässiger zu machen und Avatare das Wechseln zu ermöglichen. Aber was IBM wirklich sucht sind die Standards, die das Web der Zukunft so vereinheitlichen, wie HTTP und HTML das Web geeint haben. Avatare zwischen Welten hüpfen lassen ist nett. Damit kann man viele User lange Zeit beschäftigen, Avatare einkleiden, Items verkaufen, Chatten, viel Geld mit Gimmiks verdienen. Das ist toll für MTV, für Entertainment- und Gamecompanies.

Aber was IBM wirklich sucht ist die Businessgrundlage der Zukunft. Gesucht ist die Architektur des nächsten Netzes. Und zwar nicht auf der Ebene von Bits, Fiberoptics und Routern, sondern das was User sehen, worauf sie klicken, womit sie navigieren, wo sie sich aufhalten, wie sie arbeiten, kommunizieren, designen, Werte schaffen.

Was früher AOL, Compuserve, Minitel und BTX waren, das sind jetzt die virtuellen Welten. Geschlossene, voneinander getrennte Welten. Dann kam das Internet zu den Endusern in Form des WWW. WWW war einfach, verteilt, ohne zentrale Steuerung, basisdemokratisch. Aber was noch viel wichtiger ist: man konnte eigene Bereiche abstecken, die man komplett kontrollieren konnte ohne Inhalte und Dienste bei anderen aufzuspielen. Die Basistechnologien des WWW sind einfach und erweiterbar. Man konnte lernen, Wissen aufbauen, später Dienste schaffen und an Firmenkunden verkaufen, die damit die Produkte herstellen, die wir alle konsumieren.

IBM sucht die Basistechnologien für die nächste Stufe. Ein 3D Web in dem man leben und arbeiten kann. Ein 3D Web dass auf einfachen Technologien basiert. Ein verteiltes 3D Web ohne Grenzen.

Auf die Gefahr mich zu wiederholen: diese Grundlage ist
- virtuelle Präsenz mit einem
- einheitlichen Location Mapping,
- verteiltem Storage für User-Identitäten (einschliesslich Avataren) und
- Multiprotokoll-Clients, die sich in einem
- verteilten 2d/3d Web aus unterschiedlichen Räumen von
- einfachen Chaträumen auf Webseiten bis zu
- virtuellen Welten
bewegen können.

Links:
Bewegungsfreiheit zwischen virtuellen Welten.
Webmobs Manifest
Virtuelle Präsenz
Virtual Presence Primer
Virtual Presence Location Mapping

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