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4. August 2011

Adwords Test gesponsort von Google

Google hat mir vor einiger Zeit einen 100 € Adwords Gutschein geschickt. Anscheinend gräbt Google inzwischen auch Registergerichte durch nach neuen Firmen. Mir solls recht sein. Besser als noch ein Büromaterial-Katalog.

Das - dachte ich mir - ist doch eine gute Gelegenheit, mal kostenlos mit Adwords zu experimentieren. Die Kampagne von Google wendet sich an alle möglichen IT-Firmen. Also - dachte ich mir - muss man nicht unbedingt SEO/Adwords Experte sein, um das Angebot zu nutzen. Adwords - dachte ich mir - wird schon so einfach sein, dass ich es auch verstehe. Schliesslich - dachte ich mir - wollen sie ja, dass die kostenlose Adwords Kampagne so gut gefällt, dass man noch etwas mehr investiert. Falsch gedacht.

Adwords ist nicht für Dummies und nicht für Handbuch-Ignorierer, wie mich. Die Kampage ist zwar einfach aufgesetzt, funktioniert aber leider nicht. Ich bekomme keine Klicks. Die Ads werden gar nicht angezeigt, weil angeblich die Keyword-Relevanz zu schlecht ist.

Am Inhalt kann es nicht liegen. Der Inhalt besteht aus Massen an selbstgeschriebenen Text zu einem bestimmten Thema. Die Seiten sind reichhaltig, fokussiert, originär: www.galactic-developments.de. Daran kann es nicht liegen. Die Keywords stammen aus dem Text und jedes Keyword linkt auf die Seite aus der es stammt. Trotzdem werden die Keywords nicht angezeigt. Selbst wenn ich wollte, könnte ich nichts investieren, um die Website zu pushen, denn Google will mein Geld nicht.

Mögliche Schwachstellen meiner Kampagne:

  • Die Website hat keine META-Keywords.
  • Die Landing Pages haben nicht das Keyword im Title.
  • Die Kampagne hat nur ein Ad. Man könnte für jeses Keyword ein Ad machen.
  • Die Keywords kommen nicht im Ad-Text vor.
  • Die Website ist nicht SEO-optimiert.
  • Ich habe nichts zu verkaufen. Adwords ist für Shops gemacht, die immer direkt auf ein Produkt linken.
_happy_advertising()

23. Mai 2010

Galactic Developments ist Premium Content

Habe letzte Woche ein kostenloses Adwords-Schnupperangebot von Google verwendet, um Besucher auf Galactic Developments zu leiten. Laut Google Analytics hatte die Website einige hundert Besucher in wenigen Tagen und sie scheinen das echt zu lesen.

Besucher bleiben im Schnitt unglaubliche 8 Minuten und machen dabei 7 Seitenzugriffe. Mehr als eine Minute pro Seite. Entweder sie schlafen ein oder lesen es tatsächlich.

Die Verteilung der Verweildauer ist auch interessant. Ein Drittel springt nach 10 Sekunden ab. Das sind natürlich die, die was Anderes erwartet haben. Weitere 12 % klicken bis zu einer Minute rum. Danach kommen die echten Leser: über die Hälfte bleibt länger als eine Minute, die Meisten bis 10 Minuten.

39% von denen, die die ersten Geschichtsseite (Interplanetare Entwicklung) lesen, klicken zur nächsten, obwohl da nur ganz unten nach längerem Scrollen ein Link ist. Ab da ist der Leser "gefangen". Von der zweiten Seite (Die solare Koalition) geht es für 86% weiter zu Der Aufbruch zu den Sternen. Da setzen leiche Ermüdungserscheinungen ein: weiter gehts mit 47% zu Siedlungspolitik auf Konfrontationskurs. Ab da klickt der harte Kern der Leser weiter von Seiten zu Seite: 86%, 62%, 82%, 90%. Alles ziemlich gute Werte.

Das ist richtig toll.

_happy_reading()

23. Oktober 2009

Google Toolbar Search History Menu is a Browser

I recently installed a Google toolbar to test Sidewiki. The toolbar replaces the search box by Google's own even if the toolbar is hidden.

Of course, Google has a better search box. It's popup menu has styled text and links. Probably cound even show videos. Guess what, the popup menu is an embedded browser.

The funny thing is, that weblin regards the popup menu as the frontmost browser window and the avatar jumps to the base of the window. As soon as the popup opens while typing, the avatars jump there.

It actually IS the front most browser window and weblin is right. Weblin also correctly calculates the base offset and moves the entire scene to the popup. Great stuff for insiders. Well done by those who worked on the brower positioning code over time.

_happy_popuping()

25. September 2009

Google Sidewiki

Google launched its new Sidewiki feature. Sidewiki opens an annotation sidebar on every Web page. Sidewiki is a Google Toolbar feature. You can leave notes (annotations) on every Web page and see notes of other people. The annotations appear is a sidebar. This is not the browser sidebar, but an extension driven page element. The feature looks quite advanced. It has rating system integrated, crowd driven spam identification, you can choose to see only annotations in your language. While posting an annotation you can send the same text also to your blogs.

Sidewiki is not real virtual presence, as you do not see the people who are on the page at the same time. Sidewiki is also not a new concept. Annotations have been here before, as early as 1999. But Sidewiki is important for virtual presence, because it shows, that a major player is moving closer. A big advantage of annotations compared to virtual presence is that annotations persist. Chats on a Web page are transient. They are gone after you leave. Annotations stay (for some time). You can leave your mark in the world. That's what people want. They want to create something that persists.

Important for virtual presence is, that Google invests in the notion, that Web pages are places. They are not just an anchor for places, like in Lively. The plain Web page identified by it's URL is a place where things happen.

_happy_wikking()

The usual weblin annotation: when a "great manager" told investors, that virtual goods would not work as a business model, he proposed "annotations". What a disaster would that have been to get Google as a direct competitor. Oh right, the decision was correct, because nobody could have known. I heared that before. Being right because of not knowing seems to be a constant.

18. Januar 2009

Enthält das US Konjunkturpaket Finanzierung für IEC Fusion?

Die US-Demokraten stellen Konjunkturpaket über 825 Milliarden Dollar vor in dem steht:

Department of Energy: $1.9 billion for basic research into the physical sciences including high-energy physics, nuclear physics, and fusion energy sciences, and improvements to DOE laboratories and scientific facilities. $400 million is for the Advanced Research Projects Agency-Energy to support high-risk, high-payoff research into energy sources and energy efficiency.
(Quelle: Research Gets Billions in House Recovery Plan)

Zusätzlich zu 1,9 Milliarden erhält das DOE speziell für die DARPA "$400 million für high-risk, high-payoff research into energy sources". Das könnte natürlich alles sein. Aber man kann ja mal hoffen, dass "high-risk, high-payoff" auch WB-8, die nächste Phase für IEC Fusion bedeutet.

Wir wissen, dass Barack Obamas neuer Energieminister, der Physik Nobelpreisträger Steven Chu IEC Fusion kennt, seit er bei Google auf den Vortrag von Bussard "Should Google Go Nuclear? Clean, cheap, nuclear power (no, really)" darauf angesprochen wurde: Chu: "I was discussing with people at Google for an hour or an hour and a half, and it's continuing. [...] So far there is not enough infomation [...] but I try to get more information. I've talked to them a little bit". Das ist schon ziemlich bemerkenswert. Sicher mehr, als "nur davon gehört". Mehr als eine Stunde darüber gesprochen und versucht mehr Informationen zu bekommen. Chu ist Physiker mit großer Erfahrung in Atomphysik, Spektroskopie und und Elektromagnetismus und damit genau der richtige um die Erfolgsaussichten von Bussards Ansatz selbst beurteilen zu können, statt sich nur auf Experten zu verlassen.

Was würde ein vorsichtiger Politiker tun, um 200 Mio $ für ein hochspekulatives Projekt unauffällig unterzubringen? Er versteckt es in einem 825 Milliarden Dollar Paket, das gerade daher kommt.

Dislcaimer: OK,wahrscheinlich sind die 400 Mio. für etwas anderes und vielleicht ist IEC ein Hoax, aber wer weiss...

_happy_speculating()

26. November 2008

Google's Lively Learnings

http://www.virtualworldsnews.com/2008/11/google-lively-didnt-meet-tough-targets-looking-to-use-tech-elsewhere.html

Google says: "We set Lively tough targets and it did not achieve them, but Lively did teach us about what our users like and what they don't. We learned people want to be social in many places on the web, and we learned that users appreciate the ability to meet new people and share content with friends. These are important lessons for future product development."

That's 2 points for weblin:
- people want to be social in many places on the web (maybe everywhere on the web?)
- users appreciate the ability to meet new people (new people, not just friends as in social networks)

26. September 2008

Slashdot Auswertung

Das gestrige Slashdotting brachte 30.000 Unique Visitors.

Davon:
14.000 aus USA,
2500 UK
auf Platz 6 mit 1049 Deutschland

61% Firefox, 21% IE
72% Windows, 14% Linux, 12% Mac

Erstaunlich sind die 61% Firefox, aber trotzdem 72% Windows. 61% Firefox ist ziemlich geeklastig und wahrscheinlich typisch für Slashdot. Aber ich hätte mehr Linux und vor allem Mac erwartet. Mac entspricht ziemlich genau dem Marktanteil und ist damit nicht geekig verzerrt. Das heisst: bei echten Geeks (Slashdot Lesern) ist eher Linux stärker vertreten, als Mac.

Das große weblin-Banner rechts brachte unglaubliche 6 weblin User, immerhin einstellig. Das ist wahrscheinlich die schlechteste Conversion Rate, die es jemals gegeben hat. Das heisst: mit einem Slashdot Artikel werben bringt nichts. Der Artikel muss zum Produkt passen. Sowohl Artikel, als auch Produkt müssen Slashdot Lesern echten Mehrwert bieten. Slashdot Leser lassen sich nicht verführen.

Die Bildschirmauflösungen sind auch bemerkenswert für Webdesigner: ca. 1/3 haben 1280x1024. Dann liegen fast gleich auf 1680x1050/1024x768/1280x800/1440x900 mit 13/13/11/10 %. Also insgesamt die Hälfte mit vertikal >= 1050 und nur 1/3 mit weniger als 1024.

Als Anekdote: Flash ist mehr up to date als Internet Explorer. Fast alle (95%) haben die neueste Flash Version. IE 7 und 8 kommen nur auf 64%. Ein Drittel bleibt standhaft bei IE 6.

Java ist noch nicht tot wenn man auf 11% verzichten kann. Wenn allerdings Mac ein "must" ist wegen dem Marktanteil, dann ist Java ein "don't".

Nachtrag: Inzwischen sind 40 k zusammen gekommen. Sehr schöne Grafik von Google Analytics:

_happy_slashdotting()

20. September 2008

Tscheljabinsk Smiley auf Google Maps

Die Bewohner der russischen Stadt Tscheljabinsk haben berechnet, wann der Satellit QuickBird, der Fotos für Google Earth und Google Maps macht, ihre Stadt überfliegt. Sie bildeten einen riesigen Smiley. Damit viele Leute kommen wurde ein Volksfest mit Band organisiert und alle Zuschauer haben sich gelbe Capes übergezogen.

Und es hat tatsächlich geklappt. Das Foto ist auf Google Maps angekommen. Es sieht so aus, als ob sich die Verantwortlichen bei Google hier ganz besonders schnell waren. Normalerweise stellen sie neues Material nicht so schnell online. Vielleicht sind sie selbst begeistert von der Idee, dass eine ganze Stadt sich so ins Zeug legt.

Wenn das mal keine Nachahmer findet.

Chelyabinsk: Giant Smiley on Google Maps

Citizens of the russian town Chelyabinsk calculated when the satellite QuickBird would cross above their city. QuickBird takes images for Google Earth and Google Maps. They created a giant smiley face. A rock concert on the main square attracted many people and everyone got a yellow cape.

And it worked. The image is on Google Maps. It looks like someone at Google was quicker than usual to put up the new data. Maybe Google likes the idea, that an entire town works hard to get its 15 minutes of fame on Google Maps.

To the right is a screenshot of the Chelyabinsk city center. There are also images taken at the event.

( The figure in the lower left corner is my Weblin )

Update: It looks like they restored the original image. Maybe they do not want to encourage copy cats. After all they are trying to show a realistic view of earth and not a collage of events.

10. Juli 2008

Lively ist nicht Weblin

Wie inzwischen jeder mitbekommen hat, beteiligt sich Google mit Lively am 3D-Welt/Avatar-Hype. Wir sehen im Moment ein Browser-Plugin mit dem man einen 3D-Raum in eine Webseite einbetten kann. Besser gesagt: wenn man das 10 MB Plugin installiert hat, dann kann man Lively-Räume betreten, die auf Webseiten eingebettet wurden.

Damit reiht sich Google ein in eine Unzahl von ähnlichen Systemen, wobei die meisten Flash als Player verwenden, statt einer eigenen installierpflichtigen Engine. Ein klassisches MeToo. Und das von Google, wie un-innovativ.

Naja, vermutlich ist das nur der Anfang. Google hat mit Google-Earth schon eine virtuelle Parallelwelt. Da fehlen eigentlich nur die Avatare. Vielleicht ist Lively ein Weg, um sich an das Avatargeschäft heranzutasten. Wenn Google wirklich Avatare, Inneneinrichtungen und eine Ökonomie in Google-Earth bringt, dann müssen sich ein paar andere virtuelle- und Parallelwelten warm anziehen. Aber das ist es ein weiter Weg und bis dahin droht von Lively keine Gefahr.

Gefahr droht vielleicht für die anderen eingebetteten Welten, die sich nicht auf Games spezialisieren. Runescape, Habbo, usw. sind bestimmt sicher vor Lively. Multiverse, Metaplace, und viele andere gerade gestartete oder in der Entwicklung befindliche Plattformen für "einbettbare" virtuelle Welten sind eher betroffen. Obwohl auch bei denen Unterschiede bestehen und sie sich selbst nicht betroffen fühlen.

Aber es gibt da eine virtuelle Welt, die sicher nicht von Lively betroffen ist: das Web. Systeme, die Leute auf Webseiten sichtbar machen wie weblin und (ganz neu:) RocketOn machen etwas ganz anderes, als virtuelle Welten, die in Webseiten eingebettet sind.

- weblin: Avatare AUF der Webseite (= die Webseite ist der Raum) und zwar auf JEDER Webseite im Gegensatz zu:

- Lively: Raum ist in Webseite eingebettet und Avatare da drin.

Avatare auf jeder Webseite geht auf 100 Mio. Webseiten oder wie viele das Web eben so hat. Avatare in Räumen in Webseite eingebettet geht auf 10.000 Webseiten oder wie viele so etwas eben eingebettet haben. Das ist eine kleiner Unterschied.

4. Dezember 2007

Google wird Grün

Google kündigte am 27. November 2007 eine Initiative für erneuerbare Energien an. Wörtlich: Google "creates renewable energy R&D group and supports breakthrough technologies". Da wird viel geredet über Solar- und Windkraftwerke. Aber sind das wirklich "breakthrough technologies"? Mir fällt da eine potentielle "breakthrough technology" ein. Was, wenn Larry Page Dr. Bussard seinen Vortrag bei Google abgenommen hat?

"In 2008, Google expects to spend tens of millions". Was sagte noch Bussard, wieviel der nächste Schritt kostet? wenige Millionen US $ zur Verifikation, dann ca. 200 Mio US $ für den Demoreaktor. Das passt ganz gut zu "the company also anticipates investing hundreds of millions of dollars in breakthrough renewable energy projects". Natürlich kann man für so viel Geld auch viele "breakthrough"-Windräder kaufen. Aber vielleicht ist der Solar/Wind-Teil auch nur ein kleines Ablenkungsmanöver und eine Beruhigungspille für Aktionäre.

1. Februar 2006

Peer to Peer Sockets: die Wiedergeburt des Internets

Vor 2 Monaten hat Google LibJingle veröffentlicht. Enthalten ist darin ein sogenannter Peer to Peer Socket (p2p). Der p2p Socket überträgt Daten zwischen 2 Computern. Das ist eigentlich nichts spektakuläres. Der Unterschied zu normalen Sockets ist, dass sich der p2p Socket einen möglichen Weg sucht und dabei auch Relays benutzt und asymmetrische Kommunikation. p2p Socket "Verbindungen" gehen im Gegensatz zu einfachem TCP/UDP über Firewalls. Der p2p Socket ist eine Abstraktionsschicht höher, als UDP/TCP Sockets. Er testet, wie Computer an das Internet angebunden sind und wählt dann selbst die beste (oder einzige) funktionierende Verbindungsmethode aus. Falls alle Stricke reißen verbindet er zu einem Relay über den TCP Port 443 und tut so, als ob er ein Webbrowser ist, der SSL macht.

Die gesamte Komplexität einschließlich der Relay Server im Internet ist in einer Library verborgen. Die Technik ist nicht neu. Sie wird seit Jahren in p2p Filesharing Netzen und bei Skype verwendet. Aber mit LibJingle steht so eine Funktionalität jetzt als Open Source (BSD Lizenz) zur Verfügung. Jeder kann p2p verwenden ohne den aufwendigen p2p-Teil programmieren zu müssen. Man kann p2p Funktionen in eigene Anwendungen einbauen und endlich wieder kommunizieren. Das klingt banal, ist aber eine Revolution.

In der Anfangszeit des Internet konnte man einfach Programme schreiben, die per TCP Daten von einem Computer zum anderen übertragen haben. Jeder konnte zu jedem verbinden, per TCP und UDP. Dann kamen Firewalls und NAT und haben die Computer voneinander isoliert. Heute können Arbeitsplatz- und Home-PCs nur noch mit Servern kommunizieren, aber nicht mehr direkt miteinander. Computer wurden zu Clients degradiert. Es ist schwierig einen Server zu betreiben, weil die meisten Computer hinter Firewalls, NAT und dynamisch vergebenen IP Adressen versteckt sind.

Mit öffentlich verfügbarer p2p Technologie können Computer wieder miteinander kommunizieren. Das Internet wird wieder geboren als das p2p Netzwerk, dass es früher einmal war.

Beispiel VoIP: IP-Telefonie braucht SIP Gateways und/oder Firewall-Regeln für SIP-Datenpakete. Das funktioniert nur zwischen Firmen, die sich für SIP entschieden haben, SIP Produkte gekauft haben und betreiben. Das kostet Geld und geht nicht überall. MS Netmeeting ist daran gescheitert. Mit Skypes p2p Technik wurde IP-Telefonie wieder möglich. Mit Googles Library kann man jetzt IP-Telefonie in alle Programme einbauen.

Beispiel Filetransfer: Filetransfer in Instant Message (IM) Systemen geht, wenn die IM Server den Filetransfer-Traffic aushalten. Das funktioniert gut bei den großen IM-Netzwerken, aber ein offenes und verteiltes IM-System (Jabber/XMPP) hat Schwierigkeiten, weil sich die Server untereinander den Filetransfer-Traffic weiterleiten. Viele Jabber Server werden von kleinen Organisationen betrieben und wollen nicht unkontrollierten Filesharing-Traffic. Deshalb ist Filesharing-Support nicht allgegenwärtig und praktisch nicht nutzbar. Ein Workaround ist, dass Jabber Clients sich direkt verbinden, z.B. per http. Das bedeutet aber, dass einer offen im Netz sein muss ohne Firewall. Die Lösung ist p2p. Filesharing wird in Jabber Clients bald ganz normal sein dank frei verfügbaren p2p Socket Libraries.

Beispiel LLuna Video Icon: LLuna überträgt das mini Live-Video per HTTP. Der Computer, der das Video bereitstellt, benötigt ein Firewall-Loch und DynDNS. Das ist schwer für Normalanwender. Die Alternative wäre, alle Videodaten über die Jabber Verbindung zu leiten, was aus den oben genannten Gründen nicht geht. Die Lösung ist p2p.

Ich glaube, dass wir inzwischen verlernt haben, zwischen Computern Daten auszutauschen, weil wir darauf konditioniert sind, die Firewall-Probleme zu sehen. Es gibt unheimlich viele Anwendungen für p2p Kommunikation und wir werden wieder lernen p2p zu denken, wie in der guten alten Zeit, als das Internet noch offen war.

_happy_coding()

24. August 2005

Google macht Jabber/XMPP

Die Jabber Mailing-Liste ist ganz aus dem Haeusschen. Google hat Google-Talk veroeffentlicht. Einen Instant-Messenger mit VoIP Funktion. Und der basiert auf Jabber. Das ist toll fuer die Jabber Community, denn es bedeutet, dass eine verteilte Open Source Architektur jetzt mit kommerziellem Nachdruck mit den zentralen/proprietaeren Systemen von AOL, MS, Yahoo konkurriert.

Und das ist toll fuer virtuelle Praesenz auf Basis des Jabber Protokolls (sprich: LLuna), weil Google eine riesige Jabber Infrastruktur aufbaut, die fuer virtuelle Praesenz geeignet ist. Weil Google an virtueller Praesenz interessiert sein sollte, weil das in die Geschaeftsstrategie von Google passt

Google ist insofern anders, als viele Webdienste, weil Google nicht auf eine Website konzentriert ist und damit Angst haben muss die user zu verlieren, wenn sie sich ueberall treffen koennen. Google lebt von der Dynamik des ganzen Web. LLuna (virtuelle Praesenz) zeigt das wahre Leben im Web und zwar auf den Seiten wo Google seine Werbung plaziert. Google hat die Vertriebsstruktur mit der man Ads in LLuna plazieren kann. Muss ich noch mehr sagen?

Ach ja: hat mir jemand mal bitte einen gmail Account? Ich wuerde gerne Google-Talk testen. Spenden bitte an wolf@bluehands.de
_happy_coding_